Donnerstag, 8. März 2018

Die Dosis macht das Gift - auch beim Sport

Wenn es um die Frage geht, ob Sport für unsere Gesundheit eher dienlich oder doch vielmehr schädlich ist, spalten sich bekanntlich die Geister. Während die eine Fraktion den Slogan "Sport ist Mord" propagiert, hält die andere dagegen und betont die positiven Aspekte sportlicher Aktivitäten.
Ich persönlich ordne mich keiner der beiden extremen Fraktionen zu und halte es mit dem bekannten Zitat des Arztes Paracelsus: "Alle Ding' sind Gift und nichts ohn' Gift - allein die Dosis macht, das ein Ding' kein Gift ist". Will sagen: Die Art und Weise ist es, die auch beim Sport darüber entscheidet, ob ich eher gesund oder ungesund unterwegs bin - buchstäblich.
Hierzu mein Paradebeispiel, passend auch zum aktuellen eher noch umgemütlichen Wetter. Wenn ich für etwas ziemlich anfällig bin, dann sind es grippale Infekte oder auch die buchstäblich ätzende Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung). Auch aktuell habe ich die "Nase wieder mehr voll", so dass sich mein Bewegungsprogramm in der laufenden Woche bislang nur aus Spaziergängen und leichter Kraftgymnastik zusammensetzt.
Nun wurde ich in dem Zusammenhang schon oft gefragt, wie es denn sein kann, dass ich so häufig Probleme mit den oberen Atemwegen habe, sprich erkältet bin. Ich mache schließlich und vergleichsweise viel Sport. Das müsste mich doch abhärten. Die Frage ist sicherlich berechtigt, zumindest teilweise. Fakt ist, dass regelmäßiger Sport (vor allem im Ausdauerbereich) tatsächlich zu einer Verbesserung der Immunabwehr führen kann. Vorausgesetzt allerdings, dass er in einem Bereich stattfindet, den man als moderat bezeichnet. Die Intensität ist bspw. beim Laufen dann so gewählt, dass man sich noch problemlos dabei unterhalten kann oder könnte. Das stärkt dann eher unser Immunsystem. Darüber hinaus hat moderater Sport weitere vielfältige positive Auswirkungen auf unsere körperliche UND seelische Gesundheit: das Herz-Kreislauf-System kommt in Schwung, Stresshormone werden abgebaut, Knochen und Muskeln werden stärker sowie vieles andere mehr. Wird der Sport jedoch intensiv und umfangreich betrieben, wie das bei mir schon seit vielen Jahren oft der Fall ist, gefährdet das eher den Immunstatus. In der Folge ist man auch anfälliger für Viren und Bakterien. Besonders erstere sind verantwortlich für grippale Infekte, umgangssprachlich auch "Erkältung" genannt. Davon zu unterscheiden ist die sog. Grippe, die in jüngster Zeit bei uns wütete.
Fazit: Auch beim Sport sollte man genauer quasi mit zwei Augen hinsehen, bevor man zu vorschnellen, verzerrten Urteilen oder Meinungen gelangt.
Ist der Infekt oder gar die Grippe erst einmal ausgebrochen, dann sollte in jedem Fall auf Sport im Sinne von Training verzichtet werden - der Gesundheit zuliebe. Mir persönlich fällt das im Allgemeinen trotz gestiegenem "Gesundheitsbewustein" nicht leicht - auch wenn ich in dieser Hinsicht "mit den Jahren" schon etwas gelassener geworden bin. Besonders dann, wenn Wetter und Terminkalender ein sportliches Training zulassen, zieht es mich nun mal hinaus in die Natur. In meinen "besten Zeiten" (in den 2000er Jahren im Triathlonsport) habe ich oft auch zwei oder manchmal auch drei Mal trainiert - an einem Tag! Davon bin ich inzwischen weg. Man (n) wird ja nicht jünger :-) Die Zeiten heute sind andere - damit meine ich nicht nur meine Lauf- oder Schwimmzeiten. Dahingehend nämlich auch, dass ich mir vielmehr als in jüngeren Jahren die Frage stelle, wie ich in den Sport in mein Leben so einbauen kann, dass er nicht zur zusätzlichen Belastung (neben Arbeit und Privatem) werden kann. Denn darauf kommt es letztlich an. Ich habe nämlich oft die Erfahrung gemacht, dass gerade ein ambitioniertes sportliches Hobby nicht nur zusätzlichen positiven Stress bringen kann, sondern zusätzlich zum Arbeitsstress und zu privaten Angelegenheiten regelrecht zur Stressfalle mutieren kann. Die Macht der Gewohnheit zeigt sich auch hier, d.h. ich ertappe mich auch heute noch dabei, dass ich meinen sportlichen Ehrgeiz manchmal zu sehr ausreize. Mit der Folge, dass ich dann mehr Pausen einlegen muss, als ursprünglich vorgesehen. So wie in der aktuellen Woche. Das nervt mich dann. Trotz allem versuch ich auch "Zwangspausen" oder "Durststrecken" positiv zu werten - egal ob im Sport, im Beruf oder im Privaten. Ich bin überzeugt, dass manchmal nur ein gewisser "Leidensdruck" uns erkennen lässt, ob und in welcher Weise die Dosis das Gift macht.

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